Mein ganz besonderer November

Es war Anfang November 2009 als mich mein Frauchen morgens nach Steinsberg zur Hundepension Döhren brachte. Ich konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, dass ich 4 Wochen hier bleiben darf.
Es ist ja irgendwie doch noch mein 2. Zuhause, denn ich bin schließlich hier geboren und habe mein erstes Lebensjahr und so manche Urlaube hier verbracht. Frauchen sagte dann ganz leise zu Detlef meinem alten Herrchen, dann bis in 4 Wochen. Das hab ich gehört und mich tierisch gefreut, Frauchen habe ich das natürlich nicht gezeigt sonst wäre sie bestimmt traurig gewesen. Ich konnte jetzt mit meinen alten Kumpels spielen oder nur abhängen und hier gibt es ja auch was zu fressen, das hat sich ja nicht geändert. So vergingen die ersten Tage, nach 10 von denen stand plötzlich und unerwartet mein Frauchen im Hof und meinte ich solle mitkommen.
Ich hab mich natürlich in Labi-Manier gefreut (Bin Frauchen fast ins Gesicht gesprungen) Darüber war mein altes Frauchen natürlich nicht begeistert, sie meinte nur, meine guten Sitten seien den Bach runter gegangen.
Mein Frauchen ist mit mir dann ziemlich weit gefahren und dann kamen wir an einem schönen Hotel an. Wir sind zum Empfang und ich wurde stürmisch begrüßt die hatten sogar Leckerlies für mich. Dann kam auch noch mein Herrchen und ich habe mich wieder in Labi-Manier gefreut.
Aber irgendwas war merkwürdig, hier waren viele Leute die im Rollstuhl gesessen haben oder so ein komisches Teil vor sich her schoben, später habe ich erfahren, dass man das Teil Rollartor nennt.
Wo war ich hier nur, ein normales Hotel konnte dies nicht sein. Frauchen erklärte mir dann auf dem Zimmer das, das hier eine Parkinson-Klinik sei. Also war bellen und knurren verboten, aber das versteht sich ja von selbst, ich bin ja schließlich eine erwachsene Labradorhündin und für diese Zwecke ideal geeignet.
Abends sind Frauchen und ich dann wieder nach Hause, habe schon dacht das ich wieder nach Steinsberg soll (was ja auch toll gewesen wäre).Nein, wir haben nur zu Hause geschlafen und sind am nächsten Tag wieder zu Herrchen und dann habe ich erfahren das ich die restliche Zeit des Klinikaufenthaltes bei Herrchen und Frauchen bleiben durfte. Ich bin natürlich stolz durch die Klinik gelaufen und habe mich von meiner Schokoladenseite gezeigt. Jeder der mich streicheln wollte, durfte dies tun,
denn ich bin ja auch keine gesundheitliche Gefahr für die Patienten, werde schließlich alle 3 Monate und nach jedem Pensionsaufenthalt entwurmt und geimpft bin ich auch, meine Tierärztin bekommt mich auch regelmäßig zu sehen. Es war richtig schön so von allen bewundert zu werden.

Die Pfleger, Krankenschwestern und die Ärzte fanden mich wohl auch nett, keiner hat sich über mich beschwert.
Die Patienten haben sich über mich gefreut und meine freundliche und liebenswerte Art genossen. Ich glaube ich habe bei vielen Leuten ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
Ich hatte sogar beim Chef der Mucki-Bude mein Lekerli-Depot, er war immer ganz begeistert, wenn ich mich höflich für die Leckerlis bedankt habe. Er hat die Hand an sein Ohr gelegt und ich habe gebellt, natürlich ganz leise, damit ich niemand störe oder einen Schrecken einjage.
Die Nachtschwester hat mir immer Leckerlis von Ihrem Dackel mitgebracht, die habe ich schon immer erwartet und mich gefreut, wenn Herrchen nach ihr klingeln musste. Manchmal kam sie auch zu mir, ohne das Herrchen klingelte. Zur Sprachtherapie durfte ich auch mit, das erste Mal war schon merkwürdig, habe mir das Alles aufmerksam angehört und damit die Therapeutin zum Lachen gebracht. Beim nächsten Mal habe ich mich hingelegt und lieber ein Schläfchen gehalten.
Bei den Mahlzeiten der Menschen habe ich unter dem Tisch gelegen und viele Leute haben nach mir gefragt, wo ich denn wäre.
Die Chefs von der Klinik waren auch sehr nett, dass sie mir überhaupt erlaubt haben mit hier her zu kommen. Habe sie persönlich kennen gelernt, sehr nette Menschen die selbst Hunde haben.
Als wir dann nach Hause durften waren viele Leute traurig, dass ich weg muss.
Ich auch, denn ich habe mich hier richtig wohl gefühlt.

Vielen Dank für die schönen Erfahrungen und Tage in der Gertrudis Klinik.

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